
Unsere Großeltern haben es vermutlich noch lebhaft in Erinnerung: In den Vororten und auf den Dörfern waren die Gärten für Gemüse und Obst groß. Viele hielten noch ein paar Kaninchen oder haben einen Hühnerschlag aufgestellt. Den einfachen Leuten waren die Lebensmittel zu teuer, sie investierten nach der Arbeit lieber noch etwas Zeit im eigenen Garten.
Das alles hat auch einen romantischen Aspekt, weswegen viele wieder zum Gemüsegarten finden und ebenfalls Hühner halten würden. Nur dass diese viel Platz benötigen und laut sind. Wie wäre es denn mit Japanischen Legewachteln als Ersatz für die Hühner?
Warum Japanische Legewachteln immer beliebter werden
Die artgerechte Haltung ist heute das A und O, das gilt auch für die Hobbyhaltung. Pro Huhn soll der Auslauf möglichst eine Größe von 10 m² einnehmen. Wenigstens drei Hennen sollen es werden. Ist auch der Hahn dabei, sollen es wenigstens fünf Hennen sein. Dann wären aber schon 60 m² allein für den Auslauf von der knappen Gartenfläche weg. Mit Pech ist die gute Laune der Nachbarn ebenfalls weg, wenn der Hahn bei Sonnenaufgang seinen Hahnenruf erklingen lässt.
Wachteln als platzsparende Alternative
Die Japanische Legewachteln zählen wie unsere Haushühner zur Ordnung der Hühnervögel. Es gibt deutliche Ähnlichkeiten zu unseren gewohnten Hühnern.
Die Wachteln möchten ebenfalls in einer Gruppe leben, fünf Legewachteln sollten es schon werden. Mit Hahn besser ein paar mehr. Wachtelhähne stressen die Hennen ansonsten zu sehr. Doch insgesamt sind Wachteln leiser und benötigen viel weniger Platz.
Eine Grundfläche von 2 m² zählt als das Minimum für die artgerechte Haltung. Diese kleine Fläche genügt jedoch für maximal 8 Legewachteln, die ebenfalls gerne nach Futter scharren und suchen.
Anders ausgedrückt: Wenn pro Haushuhn mindestens 4 m² kalkuliert werden, wie es in der Biohaltung üblich ist, dann fühlen sich auf dieser Fläche bis über 10 Legewachteln bereits sehr wohl.
Sind Legewachteln winterhart?
Wachteln im Winter draußen halten
Wer die kleinen Legewachteln mit einem Gewicht um 300 Gramm sieht, wird es nicht glauben, wie robust diese Tiere sind. Solange die Witterung nicht zu rau wird, reicht den Wachteln eine zu drei Seiten und nach oben abgeschirmte Voliere.
Die offene Seite soll nach Osten weisen und im Innern soll es trockene Verstecke geben. Doch dann reicht die geschützte Voliere den Legewachteln selbst im frostigen Winter. Vorausgesetzt wird, dass die Tränke nicht zufriert und die Futtermischung um ein paar ölige Saaten angereichert wird.
Innenhaltung von Wachteln
Im Gegensatz zu unseren Haushühnern freunden sich Japanische Legewachteln mit reiner Innenhaltung an. Der Wind darf lediglich nicht durch die Bretterbude pfeifen und es muss auf hygienische Bedingungen und frische Luft geachtet werden. Schon fühlen sich die Wachteln sehr wohl und legen gerne ihre Eier.
Bei der Innenhaltung ist darauf zu achten, dass eine UV-Lampe für Geflügel eingesetzt wird. Die Legewachteln können sonst kein Vitamin D bilden und erleiden Schäden an den Knochen.
Weiterhin ist zu beachten, dass Wachteln im Gegensatz zu unseren Haushühnern nicht standorttreu sind. Wenn sie einmal aufflattern und weg sind, bleiben sie auch weg. Besser ist es, die Tür zum Wachtelschlag hinter sich zuzuziehen und sich nur ganz ruhig zu verhalten.
Legewachteln in Zahlen: Gewicht, Eier und Lebenserwartung
Gewichtsklassen der Legewachteln

Leichte Linie: 160 bis 240 Gramm
Mittlere Linie: 250 bis 350 Gramm
Schwere Linie: 350 bis über 450 Gramm
Die Lebenserwartung liegt zwischen 3 und 5 Jahren.
Legeleistung und Eier
In der kommerziellen Haltung sind bis über 400 Eier pro Wachtel im Jahr erreicht worden. In der Hobbyhaltung ist die Hälfte davon realistisch. Ab dem zweiten Legejahr sinkt die Legeleistung bereits.
Wachtelhennen legen mit 6 bis 8 Wochen ihre ersten Eier.
Ein Wachtelei wiegt zwischen 10 und 15 Gramm.
Verhalten von Wachtelhähnen und Hennen
Wachtelhähne werden mit 6 bis 7 Wochen geschlachtet, da sie später wieder leichter werden.
Erwachsene Wachtelhähne reagieren sehr aggressiv auf andere Wachtelhähne und kämpfen sehr erbittert.
Wachtelhennen fühlen sich ohne Hahn wohler.
Der Bund Deutscher Rassegeflügel erkennt lediglich die Farbschläge braun wildfarbig, dunkel wildfarbig, gelb wildfarbig, silber wildfarbig, weiß und wildfarbig an. Insgesamt sind es durchaus über 20 Farbschläge, in denen Legewachteln zu haben sind.
Bei vielen Farbschlägen sind die Hennen zur Brust gesprenkelt, die Hähne jedoch einfarbig.
Eine Besonderheit sind Celadon-Wachteln, da sie hellblaue bis türkisfarbige Eier legen.
Warum Wachteln tolle Haustiere sind
Wer bereits Hühner kennt und diese liebt, wird sich garantiert auch für Japanische Legewachteln begeistern. Die Instinkte dieser Tiere sind noch sehr stark ausgeprägt und es gibt diese Hühnervögel in drei Gewichtsklassen.
Die schwere Linie ist für die Fleischgewinnung gedacht und wird nicht ganz so alt. Wenn es um die Eier und die schönen Tiere geht, wäre die mittlere Linie zu empfehlen.
Farbschläge und Besonderheiten
Alle Gewichtsklassen der Legewachteln gibt es in vielen Farbschlägen. Von weiß über gescheckt und gesprenkelt bis zu schwarz ist alles dabei. Für die bessere Verträglichkeit sollen die Gruppen möglichst aus einem Farbschlag bestehen.
Verhalten und Fütterung
Genau wie unsere Haushühner rennen Wachteln dem Futter hinterher oder picken es sogar aus der Hand. Wichtig bleibt, auf hektische Bewegungen und auf Schreckmomente zu verzichten.
Wachteln zählen zu den Erdwachteln und ducken sich an den Boden. Im Schockmoment heben sie aber panisch ab und können sich an harten Decken verletzen.
Die Legewachteln haben wegen ihrer enormen Legeleistung einen hohen Futterdurchsatz und sind ständig am Fressen. Sie benötigen ihr Kraftfutter für Wachteln und Frischfutter. Die Gräser, Kräuter und das Gemüse geben den Tieren die Vitamine für ihre Gesundheit.
Die Legewachteln sind also ständig am Fressen. Sie ruhen sich auch in ihren Verstecken aus oder dösen im Sandbad, das sie unbedingt haben müssen. Den Sand brauchen sie für ihre Gefiederpflege und zum Entspannen.
Das Zwischenfazit: Japanische Legewachteln sind insgesamt schön zu beobachten und die Tiere bauen einen Bezug zur fütternden Hand auf. Eine besondere Freude ist es, die frischen Eier einzusammeln, die nicht nur in den Legenestern liegen.
Artgerechte Wachtelhaltung: Stall, Einstreu und Einrichtung
Nicht nur die genügende Grundfläche, sondern auch deren Ausstattung ist für die artgerechte Wachtelhaltung wichtig.
Die richtige Einstreu

Die schönen Tiere benötigen eine Einstreu – gerade für Außengehege wird Pinienrinde empfohlen. Diese schimmelt nicht so schnell und bindet den Schmutz sehr gut.
Auch für die Innenhaltung ist Pinienrinde gut, sie wird wöchentlich gewendet und alle paar Monate erneuert.
Verstecke und Schutz
Neben der Einstreu und dem Schutz vor der Witterung und der Zugluft kommt es auf kleine Verstecke an. Zweige von Nadelbäumen sind sehr gut geeignet, um sie schräg in die Ecke zu stellen.
Wachtelverstecke aus dem Handel runden alles ab. Es handelt sich um kleine Hütten oder Tunnel, die den Tieren Schutz gewähren.
Sandbad, Futter und Hygiene

Zur Standardeinrichtung zählt im Wachtelstall das Sandbad. Einfacher Mauer- oder Spielsand genügt den Tieren bereits. Dieser soll trocken sein, damit es den Wachteln richtig gut gehen kann.
Sobald der Sand verdreckt ist, muss dieser gewechselt werden.
Gerade beim Futtertrog und der Tränke ist die Hygiene sehr wichtig. Kleine Futtersilos und Wasserspender, die von der Decke gehangen werden, sind ideal.
Vor dem Auffüllen ist alles zu reinigen. Das Wasser soll täglich neu aufgefüllt werden und das Trockenfutter darf ebenfalls nicht zu lange im Futtersilo stehen.
Dafür gibt es viele frische Wachteleier, die zu einem Großteil an den gewohnten Stellen liegen werden. Hier lässt sich mit den passenden Verstecken und Legenestern etwas nachhelfen.
Immer dann, wenn es unseren Haustieren rundum gut geht, werden sie zur ganz besonders großen Freude. Am meisten freuen sich unsere Haustiere selber über ihr schönes Leben.
Verantwortlich für diesen Artikel ist der Autor Robert Brungert.
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