Hausbau im Winter: Wie geht man hier am besten vor und worauf kommt es dabei an?

Während bis vor einigen Jahren im Winter kaum in Deutschland gebaut wurde, stellen Minustemperaturen und schlechtes Wetter heute fast keine Probleme mehr dar. Glücklicherweise können Bauten heute dank innovativer Materialien auch in den Wintermonaten errichtet werden. Aber worauf muss beim Hausbau im Winter geachtet werden? 

Warum ist der Winter für den Bau eines Hauses kein Hinderungsgrund?

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Blockhaus im Winter - Foto Pixabay

Früher mussten gemauerte Rohbauten bis zum Wintereinbruch errichtet sein. Diese hatten dann zu überwintern und mussten erstmal austrocknen, bevor mit der nächsten Bauphase begonnen werden konnte. Das Bauen im Winter war bis zum Jahr 1886 in Großstädten wie beispielsweise in Leipzig sogar komplett verboten. Doch zum Glück ist das winterliche Bauen dank der vielen technischen Fortschritte heute weitgehend unproblematisch möglich. Dank der modernen Baustoffchemie können Baustoffe und Materialien bei Temperaturen problemlos verarbeitet werden, die über -5° Grad Celsius liegen. Je nach den vorherrschenden Witterungsverhältnissen kann eine Baugrube heutzutage zwar problemlos auch noch zwei Wochen vor Weihnachten ausgehoben werden, aber ist nicht immer sinnvoll. Mit dem Bauen im Winter kann man zwar sparen, aber nur durch gute und straffe Organisation der Abläufe, die die Wetterkapriolen berücksichtigt. Der private Bauherr sollte das Fundament seines Neubaus rechtzeitig vor Kälteeinbruch fertigstellen und das Baugelände aufräumen und glätten. So erleichtern sie den späteren Bauablauf, das Schneeräumen und reduzieren die Unfallgefahr auf der Baustelle. 

 

Warum ist eine gezielte Planung wichtig und worauf kommt es dabei besonders an?

Die moderne Baustoffchemie hat bisher zwar schon vieles möglich gemacht, allerdings ist eine umfassende Planung beim Bauen im Winter dennoch wichtig, um Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden. Zum Schutz der Materialien sollten unter anderem Vorkehrungen getroffen werden, die gegen die äußeren Witterungsverhältnisse schützen können. Provisorische Abdeckungen und Überdachungen können den Bau schützen. Idealerweise sollten auch dessen Öffnungen verschlossen werden, denn so wird eine sparsamere Beheizung sichergestellt. Auch wasserhaltige Baustoffe, die bereits eingebracht aber noch nicht vollständig getrocknet sind, müssen unbedingt vor Kälte und Nässe geschützt werden. Deshalb empfiehlt es sich, den geschlossenen Rohbau auch vor Beginn der Innenarbeiten zu beheizen und die Feuchte abzuleiten.

Auch die Nutzung von Feuchtigkeitssensoren ist frühzeitig sinnvoll. Putze, Rohrleitungen und andere Komponenten können sonst erhebliche Schäden durch Feuchtigkeit und Frost davontragen. 

Hohe Luftfeuchtigkeit durch Estrich oder gemauerte Brandwände kombiniert mit Wärme verursacht im Holzbau leicht unästhetische Farbflecken auf den fertigen Holzoberflächen. Im Holzbau ist es sehr wichtig, dass nach Estrichlegen und Maurerarbeiten die hohe Luftfeuchtigkeit möglichst schnell auf den normalen Stand reduziert wird. Wenn das ordentliche Lüften nicht ausreicht, sollen Sie hier auch elektrische Bautrockner anwenden. Heizelemente mit Gasbetrieb sind hier ungeeignet.  

 

Welche Hindernisse bzw. Anforderungen gilt es beim Hausbau im Winter zu beachten?

Im Grunde sollte zu jeder Jahreszeit mit einer erfahrenen, professionellen Baufirma zusammengearbeitet werden, die einem erfahrenen Bauleiter die Aufsicht überlässt. Damit lassen sich etwaige Probleme von vornherein erkennen und aus dem Weg schaffen. Die aktuelle Wetterlage sollte während der gesamten Bauphase genau beobachtet werden, denn auch wenn dank der modernen Technologien und Materialien schon vieles möglich ist, so sollte bei starkem Frost dennoch besser ein zeitlich begrenzter Baustopp eingelegt werden. Zudem darf der Boden nicht gefroren sein, wenn der Erdaushub durchgeführt wird. Der Beton, der aufgebracht wurde, sollte bereits eine gewisse Härte erreicht haben, bevor es zu starkem Frost kommt. Aber auch hier kann das Abdecken mit Folie oder eine entsprechende Verschalung Abhilfe schaffen. Auch beim Mauern sollten die Temperaturen beobachtet werden, denn bei zu starken Minus Graden kann der Mörtel gefrieren, aber nicht richtig aushärten. In extremen Fällen können hier jedoch spezielle Erhärtungsbeschleuniger zum Einsatz kommen.  

Der private Bauherr sollte die Maurerarbeiten eines Massivhauses im Außenbereich rechtzeitig vor Kälteeinbruch abgeschlossen haben und sich im Winter für den Innenausbau konzentrieren. Der falsche Umgang mit den nassen Baustoffen können zu Folgeschäden und erheblichen Mehrkosten im Massivbau führen.

 

Warum ist besonders der Bau von Blockhäusern aus Holz so beliebt und welche Vorteile bieten diese im Vergleich zu anderen Bauweisen?

Blockhäuser aus Holz bieten zahlreiche Vorteile im Vergleich zu anderen Bauweisen. So kann ein Blockhaus in massiver Bauweise in den meisten Regionen in Deutschland problemlos auch im Winter errichtet werden. Hierzu sollte  das Fundament bereits im Herbst erstellt werden, damit der Beton genügend Zeit hatte, um auszuhärten. Im Blockhausbau ist die Kälte kein Problem. Die Außentemperaturen sollten allerdings -10° Grad Celsius nicht unterschreiten, wenn die Handwerker die Blockbalken der Außenwände und Dachkonstruktion wetterdicht montieren. Das Problem sind nicht die Baumaterialien eines Blockhauses, sondern der Wind auf der Baustelle. Minus 10 °C Kälte ist beim Wind gefühlte minus 30 °C.  Der Bau von Blockhäusern im Winter birgt nur wenige Nachteile, etwas dass alle Zufahrtswege von Schnee und Eis befreit werden müssen, aber das gilt für alle anderen Baustellen auch. Allerdings überwiegen für viele Bauherren in diesem Hinblick die Vorteile: Alle Holzbauteile bleiben bei Frost sauber und trocken. Darüber hinaus haben Handwerker und Baufirmen besonders in der Nebensaison mehr Kapazitäten frei. Es ist leichter im Blockhausbau erfahrene Handwerker ohne lange Wartezeiten zu bekommen. Die Baustoffhersteller haben im Nebensaison kürzere Lieferzeiten als im Hochsommer. Achten Sie darauf, dass zu kurze Lieferzeiten oder hohe Winterrabatte ein Zeichen dafür ist, dass der Anbieter keine Aufträge hat oder andere Probleme hat.

 

Fazit

Das Bauen im Winter birgt zwar auch einige Risiken, allerdings überwiegen für zahlreiche Bauherren derzeit die Vorteile. Wer im Winter ein Haus bauen lassen will, sollte ausschließlich mit professionellen Baupartnern zusammenarbeiten, die etwas von ihrem Handwerk verstehen und genau wissen, worauf es bei winterlichen Bauten ankommt. 

 


Verantwortlich für diesen Artikel ist die Autoren Peter Schmidt / Deutscher Medienverlag GmbH.




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